Die Kaffeebohne Robusta
151 Liter oder 6,4 Kilogramm Kaffee wurden im Jahr 2004 konsumiert. Damit ist Kaffee Spitzenreiter unter den beliebtesten Getränken der Deutschen. Aber diese Zahlen sagen noch nichts darüber aus, welche Kaffeesorte der Deutsche bevorzugt. Ohne es vielleicht zu wissen, trinkt man einen Kaffee der Sorte Robusta oder meist immer einen dem diese Sorte beigemischt ist. So stellt sich die Frage „Was ist das für ein Kaffee?“ von alleine.
Deshalb zur Einführung eine kleine Kaffeekunde. Den Kaffee in Europa verdanken wir hauptsächlich den Türken. Als sie im 16. Jahrhundert Kairo eroberten, entdeckten sie dort die Kaffeebohne, deren Röstung und die Herstellung eines Kaffees. Dann eroberte der Kaffee schnell das ganze Europa. Dabei ist die Bezeichnung „Bohne“ nur zum Teil richtig, denn guter Kaffee wird meistens aus zwei Pflanzen hergestellt: Einmal aus „Coffea Arabica“, die etwas aromatischere Bohne, und aus der „Coffea Robusta“, der etwas robusteren, weil widerstandsfähigeren Bohne.
Am beliebtesten ist auch heute noch die Arabica, mit 60 Prozent Anteil am Welthandel. Doch ohne Robusta erreicht ein guter Kaffee nicht das angestrebte Aroma, deshalb werden die meisten Kaffees auch in Deutschland aus einer Arabica-Robusta-Mischung gebrüht. Der Robusta erreicht heute einen Anteil von etwa 40 Prozent der Weltproduktion.
Die Kaffeepflanze, botanisch: Gattung "Coffea", Familie "Rubiaceen", ist ein Strauch oder ein Baum und erreicht Höhen von vier bis zehn Metern. Es ist ein tropisches Gewächs mit einer Besonderheit: Es kann gleichzeitig Blüten und Früchte, so genannte Kaffeekirschen, unterschiedlichster Reifegrade tragen. Die "Kaffeebohne" ist der Samen dieser Kaffeepflanze. Es liegen immer zwei Samen mit ihren flachen Seiten gegeneinander in diesen kir¬schartigen Früchten. Die Samen selbst werden durch ein dünnes Häutchen und einer Schleimschicht beschützt.
Die Robusta enthält vier Mal so viel Koffein wie Arabica, was auch ein Grund für die Beimischung ist, sie ist aber, wie gesagt, weniger aromatisch. Dafür ist sie wesentlich unempfindlicher gegen Hitze, Krankheiten und Parasiten. Die Bohne ist rundlich und ihr Einschnitt gerade. Die Reifezeit beträgt sechs bis acht Monate. Ihre Anbaugebiete sind überwiegend Zentral- und Westafrika, Südostasien und Brasilien. Der Robusta-Anbau mit den besten Ergebnissen ist nur in Lagen unter 600 Metern möglich.
Der natürliche Chlorogensäuregehalt und die beim Brühvorgang austretenden Gerb- und Bitterstoffe können den Geschmack wesentlich verschlechtern, wenn man seinen Kaffee ausschließlich mit Robusta zubereitet. Bei der Verwendung von Robusta muss man deshalb unbedingt auf höchste Qualität achten.
Die unbestrittenen Stärken liegen aber in der Beimischung, denn die Bohnen enthalten nicht nur wesentlich mehr Koffein als der Arabica, die gerösteten Bohnen haben auch einen höheren CO2-Gehalt, dies wirkt sich optimal auf die Crema aus. Robusta heißt, dem Geschmack mehr Volumen zuzuführen. Volumen, das den Kaffeegenuss erhöht.
Man kann Robusta-Kaffee vielleicht so beschreiben, obwohl die Meinungen der Experten zum Teil weit auseinander gehen. Robusta Kaffee ist etwas saurer, bitterer und rauher im Geschmack. Gemeinsam mit seinem hohen Koffeingehalt ist er deshalb hervorragend für Espresso-Mischungen geeignet.
Doch der Robusta-Kaffee ist wie so vieles andere auch eine reine Geschmackssache. Ein Tipp wäre, dass man sich seine Mischung aus Arabica und Robusta zu Hause selbst herstellt, um herauszufinden, was einem besonders schmeckt, um täglich einen persönlich optimalen Kaffee zu trinken.
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